Stadtlandschaft Stuttgart in Zeichnungen und Drucken

Dokumentation der Entstehung einer Ausstellung von Grafiken zum Thema "Stadtlandschaft Stuttgart " im
Buchtreff Büchergilde Stuttgart, Willi-Bleicher-Straße 20,70174 Stuttgart.
Werkstattgespräch: 24.03.07, 16.00h Eröffnung der Ausstellung: 14.05.07, 18.00 h
Ausstellungsdauer 14.5.2007 - 07.07.2007

Mittwoch, September 05, 2007

Wie geht es weiter ? Von Stuttgart nach Rom

Ich freue mich über die regelmäßigen Besuche die dieses Weblog nicht nur aus Deutschland,sondern auch aus dem Ausland erhält. Dieses Projekt ist, nachdem die Ausstellung bereits im Mai diesen Jahres stattgefunden hat, eigentlich beendet. Zwar werde ich sicher gelegentlich noch Arbeiten vor allem Skizzen in Stuttgart anfertigen,aber neue Einträge wird es hier in nächster Zeit nur sporadisch geben.

Über die neuesten Entwicklungen und Projekte der Edition Handdruck kann man sich auf www.edition-handdruck.de informieren.
In Zusammenhang mit den Arbeiten zur Stadtlandschaft Stuttgart bin ich nicht zufällig,sondern wahrscheinlich unvermeidlich auf die Arbeiten des unglaublichen Giovanni Battista Piranesi gestossen.

Paraphrase No.2 - Triumphbogen des Septimius Severus am Forum Romanum

Daraus ist ein neues Projekt mit dem Titel "Piranesi Paraphrasen" hervorgegangen. Diese Arbeiten können in gewisser Weise als eine Fortsetzung oder weitere Durcharbeitung des Themas Stadt und Landschaft betrachtet werden.

Von der Auseinandersetzung mit Piranesis Leben und Werk verspreche ich mir weitere "Einsichten" und bildnerische Entwicklung für das Thema Ort und Landschaft.

Dienstag, Juni 19, 2007

Stiftskirche Stuttgart - Monotypie


Bereits im März hatte ich zwei Studien der Stiftskirche mit Fruchtkasten in meinem "Standard-Skizzenbuch" im Format 25X25 angelegt. Die Stiftskirche mit den zwei Türmen und dem Fruchtkasten formt bei Gegenlicht eine sehr interessante Silhouette, was mich zu dieser Grafik inspiriert hat.
Inzwischen ist mir die Arbeit ohne Lösungsmittel vertrauter. Auch ohne Lösungsmittel ist es möglich transparente Farbflächen zu erzielen.

Dienstag, Mai 15, 2007

The world goes to town

Gestern Abend wurde die Ausstellung zu diesem Projekt im Buchtreff Büchergilde,Stuttgart,eröffnet. Zu sehen sind 12 Monotypien, 2 Kohlezeichnungen und 4 Reproduktionsdrucke aus dem Skizzenbuch. Die Arbeit an diesem Projekt hat meine "Sicht" und die "Perspektive" auf das, was wir als Stadt und Landschaft bezeichnen, weit mehr verändert als zu Beginn erwartet.

Zwar wird sich der Schwerpunkt meiner Arbeit nun auf andere Projekte verlagern, aber daneben werde ich Gelegenheiten suchen, das Skizzenbuch zur vervollständigen. Außerdem möchte ich meine Drucktechnik weiter entwickeln und noch weitere grafische Versionen aus den Skizzen erarbeiten. So wie sich dieses Projekt aus einem vorhergehenden entwickelt hat, so erweist sich das Thema"Stadtlandschaft" als breites Sprungbrett für weitere Aktivitäten.

Für mich ist die Stadt Stuttgart jedenfalls zu einem kreativen Impulsgeber geworden. Allein schon aus diesem Grunde werde ich die Stadt weiterhin regelmäßig besuchen.

Den Besuchern der Eröffnungsveranstaltung danke ich für das Interesse an meinen Arbeiten. Dem Team des Buchtreffs Büchergilde Stuttgart möchte ich hier für die Unterstützung danken und natürlich für die Möglichkeit, meine Bilder in den Räumlichkeiten des Buchtreffs zu zeigen.

Freitag, Mai 11, 2007

Wolfgang Meisenheimer "Das Denken des Leibes und der architektonische Raum"

Vor einigen Wochen habe ich mit der Lektüre dieses kleinen Buches begonnen. Der Titel klingt sehr akademisch und theoretisch. Der Inhalt ist aber, nachdem in den ersten Abschnitten einige Begriffe geklärt sind, außerordentlich interessant und befasst sich mit sehr lebensnahen ja fast alltäglichen Erfahrungen.

Meisenheimer befasst sich sehr genau mit der Resonanz des Menschen auf den umgebenden Raum. Meistens schenken wir den laufenden Veränderungen unserer "Befindlichkeit" wenig Beachtung, wenn wir uns z.B. zu Fuß in einer Stadt bewegen. Unser Körper reagiert jedoch ununterbrochen auf unzählige Veränderungen in der Umgebung, was unwillkürlich Rückwirkungen auf unsere Gemütsverfassung hat.
Diese "Korrespondenzen" zwischen architektonischem Raum und menschlichem Körper sind das Thema des Buches.

Auch Meisenheimer befasst sich in gewisser Weise mit dem, was Peter Zumthor als "Atmosphären" beschreibt. Die Atmosphäre eines Raumes,Ortes oder einer Landschaft ist es, was uns anzieht,abschreckt,erfreut oder langweilt.
Das Erlebnis der Atmosphäre ist es schliesslich,die mich dazu veranlasst, immer wieder draußen zu zeichnen und in Bildern zu versuchen, Atmosphären zu erschaffen und sichtbar zu machen.

Wolfgang Meisenheimer
"Das Denken des Leibes und der architektonische Raum" (Gebundene Ausgabe) Gebundene Ausgabe: 184 Seiten Verlag: Verlag der Buchhandlung König; Auflage: 1 (August 2004) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3883758418 ISBN-13: 978-3883758411

Donnerstag, Mai 10, 2007

Bei Österfeld - Monotypie

Diese Monotypie wurde aus einem kleinen Ausschnitt eines Skizzenbucheintrags entwickelt. Die Zweiteilung in Skizzenbuchstudien vor Ort und anschliessender Atelierarbeit an den Monotypien hat für mich viele Vorteile. Das Skizenbuch gibt mir die Möglichkeit immer wieder neue Bilder zu entwickeln. Auch kann man "Abstand" zu den unmittelbaren Eindrücken
vor Ort gewinnen und kommt damit zu mehr Freiheit in der Darstellung. Aus den bisherigen Skizzen werde ich auch weiterhin in lockerer Folge Grafiken entwickeln. Derzeit faszinieren mich die vielfältigen Möglichkeiten, Graustufen durch Kratzschraffuren zu erzeugen.

Dienstag, März 27, 2007

English Version of Sketchbook-reprint available

Finally after a couple of nightshifts I have finished the essay for the booklet with the 47 drawings made til now: "Drawing the urban landscape"


The text of the English version is different from the german version as it looks from a more general perspective on drawing the urban landscape by taking the project in the city of Stuttgart as an example. The text contains the summary of experiences made. Key words which set spotlights on the text are :

Document and creative reservoir
Distance or encounter
Curiosity,time and attention
Adaption to a new level
Learned habits of perception
New perspective by looking
Integration of new visions
The Kaleidoscope of reality
Limits of expression
Registering emotions
Learning by drawing
In search of beauty

Of course the text cannot provide an indepth study of the many processes and changes that have been triggered through the project. It presents a number of aspects which are not only interesting for landscape painters, but also for drawing enthusiast of all levels,art enthusiasts and people who are interested in landscape and the way we see landscape.

Montag, März 26, 2007

Zuffenhausen Kelterplatz

Zuffenhausen,Kelterplatz
Das Werkstattgespräch am vergangenen Samstag ist in engstem Kreis verlaufen, vermutlich haben doch viele Kunstfreunde die Gelegenheit zu einem Besuch auf der "Art Karlsruhe" genutzt. Das war jedoch kein Hindernis für einen interessanten und für mich in mancher Hinsicht aufschlussreichen Dialog. Geteilt wurde beispielsweise die Erfahrung,daß Stuttgart vermutlich auf Grund seiner hügeligen Topographie in manchen Teilen gewissermaßen unsichtbar bleibt oder zumindest der Zusammenhang verschiedener Stadtteile sich schwer im Gedächtnis rekonstruieren lässt. Auf diese Eigenheit führten meine Gesprächspartner das Unvermögen mancher Stuttgarter, zutreffende Wegbeschreibungen zu ausserhalb des gewohnten Viertels liegenden Zielen geben zu können, zurück.
Unter den mitgebrachten Bildbeispielen wurde die erste Version einer Monotypie von Zuffenhausen als zu "unruhig" bezeichnet. Um dieser Sache auf den Grund zu gehen, habe ich heute abend gewissermaßen als meditative Nachbereitung eine weitere, zumindest deutlich klarere Version erarbeitet. Bestätigt wurde mir im Vergleich mit den anderen Bildbeispielen, daß das von mir favorisierte Format von 35X50 cm in einer Rahmenfläche von 50X70 cm sich spannungsreich aber doch im Gleichgewicht präsentiert.
Eine sehr anregende Diskussion ergab sich aus der Frage, welche Auswirkungen sich durch das Einfügen der menschlichen Figur in den Bildraum einer bis dahin menschenleeren Lanschaftsstudie ergeben. Über den rein landschaftlichen Aspekt hinaus werden dadurch weitere Bedeutungsräume oder Bedeutungsebenen eröffnet. Unter Umständen, je nach Auftritt der Personen, kann die Landschaft als Hauptgegenstand verdrängt und zur Bühne für die Akteure reduziert werden.

Freitag, März 23, 2007

Sünderstaffel


Dies ist eine zweite Version dieses Motivs, entwickelt aus einer Skizze vom April letzten Jahres.

Sonntag, März 18, 2007

Neckarufer


Nach und nach werden jetzt noch die "Lücken" geschlossen d.h. Drucke von Skizzen angefertigt,die bisher noch nicht bearbeitet waren.
Hier ist ein Ausschnitt einer Studie am Neckarufer zu sehen. Im HIntergrund ist das Dach des Rosensteinmuseums angedeutet.

Sonntag, März 11, 2007

Stadtlandschaft Stuttgart - Ein Skizzenbuch


Unter dem Titel "Stadtlandschaft Stuttgart - ein Skizzenbuch" ist die neueste Publikation der Edition Handdruck jetzt erhältlich. In dem Heft werden auf 36 Seiten, mit einem Begleittext zum Projekt, die Zeichungen bzw. Skizzen, die seit April 2006 vor Ort entstanden sind, vorgestellt.

Format DIN A4 , 36 Seiten, 46 schwarz-weiss Abbbildungen,davon 7 über jeweils eine Doppelseite gedruckt,
Text deutsch auf 15 Seiten
Umschlag 300 g/m² glänzend laminiert, Inhaltseiten 170 g/m², Klammer geheftet

Preis: € 18.- zuzüglich € 2,20 Porto in Deutschland Porto Österreich und Schweiz € 4,50

Zu bestellen bei Edition Handdruck per email an e-post(at)edition-handdruck.de
Lieferung nur gegen Vorauskasse per Banküberweisung oder PAYPAL

Freitag, März 02, 2007

An der Mohlstrasse


Bei einem Spaziergang auf der Stafflenbergstraße viel mir ein Wohnhaus mit eigenartigem Türmchen in der Mohlstrasse auf.
Diese Hanglagen mit Sicht ins Tal gehören mit zu den schönsten Wohngebieten Stuttgarts.

Donnerstag, März 01, 2007

Schloßgarten



Der Schloßgarten schliesst direkt an die Innenstadt an. Umgeben von Strassen und Bebauung wirkt diese 600 Jahre alte Parkanlage manchmal unwirklich. Jedenfalls wird man in eine "andere" Welt versetzt.

Sonntag, Februar 25, 2007

Kunstgebäude


Das Kunstgebäude am Stuttgarter Schlossplatz fällt durch die aufgesetzte Kuppel und ein etwas altmodisch anmutendes Ambiente auf. Das Gebäude wurde 1912-13 von Architekt Theodor Fischer erbaut und beherbergt heute den Württembergischen Kunsverein.

Samstag, Februar 24, 2007

Birkach und Schönberg


Vom Naturschutzgebiet Eichenhain blickt man hinüber auf Birkach und Schönberg auf der anderen Hangseite. Schönberg zeigt sich als kleines Dorf während die an Horizont aufragenden Hochhäuser bei Birkach auf das städtisch Umfeld hinweisen. Dieser Mix ist typisch für die Randlagen von Stuttgart

Freitag, Februar 23, 2007

Schlossplatz


Der Schloßplatz ist das städtische Zentrum Stuttgarts.In letzter Zeit wird dieser schöne Platz mehr und mehr als Veranstaltungsraum genutzt. Insbesondere in den Sommermonaten finden fast an jedem Wochenende Veranstaltungen statt. Meist handelt es sich um kommerzielle Aktivitäten, d.h. der Platz wird als eine Erweiterung von Verkaufsflächen genutzt. Oft genug herrscht dann auch die in Kaufhäusern vorherrschende Dauerbeschallung.

Dienstag, Februar 13, 2007

Zuffenhausen


Von der Brücke der Zabergäustrasse über die B27 gesehen sind die Strasse mit Schallschutzmauer und den dahinter stehenden Bäumen markante "Raumzeichen", hinzu kommt ein roter Ziegelbau mit einer auffallenden Turmkrone

Freitag, Februar 09, 2007

An der Tapachstrasse


In der Kleingartenanlage an der Tapachstrasse wuchert das Grün auf besondere Weise.

Mittwoch, Februar 07, 2007

Bad Cannstatt

Bad Cannstatt ,der größte Stadtteil/Bezirk in Stuttgart, hat sehr viele "Gesichter". Wie aus einer anderen Zeit erscheint der hier gewählte Ausschnitt mit Blick vom anderen Neckarufer hinüber zur Stadtkirche.

Mittwoch, Januar 31, 2007

Vaihingen Rathausplatz

Termine für Werkstattgespräch und Ausstellung

Die Termine für das Werkstattgespräch und die Ausstellung sind jetzt festgelegt :

Büchergilde Stuttgart

Willi-Bleicher-Straße 20 ,70174 Stuttgart

Werkstattgespräch: Samstag 24.März 07, 16.00h
Eröffnung: Montag 14.Mai 07, 18.00 h
Ausstellungsdauer 14.5.2007 - 07.05.2007

Ich freue mich auf regen Besuch und Austausch über das Thema Stadtlandschaft

Sonntag, Januar 28, 2007

Bad Cannstatt, Augsburger Platz


Der Augsburger Platz ist sicher die "lärmigste" Stelle die man sich in diesem bemerkenswerten Stadtteil aussuchen kann. Von der "Verkehrshölle" bis zum beschaulichen Fachwerkwinkel und Kurpark ist alles zu finden und nicht zu vergessen das Neckarufer,das sich zu einem Spaziergang anbietet. Mehr als andere Ortsteile kam mir Bad Cannstatt als eine Stadt in der Stadt vor, sicher vor allem wegen der lebhaften Fußgängerzone mit vielen kleinen Geschäften, die so in Kontrast zur Stuttgarter Innenstadt stehen.

Am Charlottenplatz

Diese Monotypie, wie alle anderen hier im Format 35X50, basiert auf einer Skizze, die vom obersten Pardeck des Parkhauses an der Esslinger Strasse gemacht worden ist. Die Leere auf dem Blatt hat mir sehr gut gefallen. Deshalb habe ich auf eine Fortsetzung oder Vervollständigung verzichtet und dieses Element der Leere auch in den Druck übernommen.

Sonntag, Januar 21, 2007

Kleiner Schlossplatz

Samstag, Januar 20, 2007

Am Börsenplatz

Sonntag, Januar 14, 2007

Österreichischer Platz

Samstag, Januar 13, 2007

Am Charlottenplatz

Montag, Januar 08, 2007

Schlossplatz


"Kennzeichen" des Schlossplatzes ´sind hier in einem räumlichen Zusammenhang dargestellt,der in Wirklichkeit so nicht existiert. Bei dieser Arbeit ist mir wieder deutlich geworden, daß theoretische Überlegungen der Bildgestaltung immer erst nach einer mehr oder weniger spontanen Handlung kommen (nachdenken !). Neue Impulse für eine Veränderung in der Gestaltung sind sehr stark abhängig von der "Praxis", dem spielerischen, neugierigen Umgang mit den Materialien und dem Entdecken neuer Möglichkeiten , die nicht durch vorheriges Denken gefunden bzw. als Bild vorstellbar sind.

Sonntag, Dezember 10, 2006

Schloss Solitude

Am Greutterwald

Sonntag, November 26, 2006

Plieningen

In Gaisburg - Zweite Version

Zwischen Bild und Realität

Bei der Gestaltung von Bildern geht es immer auch um Schönheit. In der zeitgenössischen bildenden Kunst ist dieser Begriff allerdings sehr wenig in Gebrauch, ganz zu schweigen vom Begriff der „schönen Landschaft“. Das Zeichnen von Landschaften hat mich zur Beschäftigung mit Architektur (einschließlich Landschaftsarchitektur) und schließlich auch zu den Machern, den Architekten geführt.
Für mich verblüffend ist, dass die Beschäftigung mit Landschaft und Schönheit in der zeitgenössischen Architektur weitaus lebendiger scheint als in der zeitgenössischen bildenden Kunst.

„Zwischen Bild und Realität“ ist der Titel eines kleinen Bandes der im GTA Verlag, ETH Zürich erschienen ist (2006).
Darin enthalten ist unter anderem ein ganz bemerkenswerter Vortrag von Architekt Peter Zumthor. Die Qualität des direkten Zuganges zum Landschaftserlebnis und die daraus entstehende Verbindung zum Erleben von Schönheit sind sehr anschaulich und außerordentlich klar beschrieben. Ebenso eindrücklich wird die Verbindung zur Welt der inneren Bilder aufgezeigt. Besser kann man auch über Landschaftsmalerei nicht schreiben.

Zitat Anfang:
„Valser Sommer
Vor zwei Tagen sass ich in Vals auf der Terasse des Hotels,es war zum ersten Mal wirklich Sommer. Das Licht und die Spuren am Hang, die Menschen, die am Hang arbeiten, diese Stimmung, die mich schon als Junge faszinierte und die mir das Wort „Sommerfrische“ begreifbar machte. Jetzt war er wieder da, dieser Alpensommer, so klar, blau, frisch und grün, wie er war. Und ich empfand für Augenblicke dieses Gefühl des Daseins und des Nichts-anderes-Wollens als da zu sein. Das Gefühl war nicht oberflächlich, nicht durch Verführung oder künstliche Manipulation meiner Umgebung hervorgerufen, sondern entstanden durch die Anschauung des grossen Valser Talhanges. Ein Naturerlebnis, Kulturlandschaft.
Das war ein starkes Gefühl von Schönheit. Ich erlebe die Magie des Realen, des realen Erlebens von Dingen.
Die Wirklichkeit beeindruckt mich in bestimmten Momenten. Ich bin berührt durch eine Anschauung. Ich empfinde Schönheit. Und durch eine Wechselwirkung entsteht, währenddem ich noch schaue, schon ein inneres Bild von dem, was ich sehe. Mir scheint, dass ich als junger Mensch die Schönheit noch erlebte, ohne zu wissen, was Schönheit ist, ohne dass sich der Zauber des Augenblicks sofort mit früher erlebten Schönheiten vermischte. Es hat vielleicht mit dem Alter zu tun, dass mir die Magie des Realen jetzt sofort zum Bild wird. Und in dieses Erleben von Körpern und wirklichen Dingen spielen ältere Bilder mit hinein, Bilder meiner vielen Sommer in den Bergen. Mein neues Bild dieses Alpensommers und die Alpensommerbilder meiner Jugend beeinflussen sich gegenseitig. Keines dieser Bilder bleibt dabei so wie es ursprünglich war. Das Bilderlebnis des Augenblicks wird durch Erinnerungen verdichtet und intensiviert. Offensichtlich verweist ein Bilderlebnis sofort auf ein inneres Bild, das selber wiederum aus erlebten, erdachten oder erträumten Bildwirklichkeiten hervorgegangen ist. Ich erlebe Realität, konkrete Wirklichkeit, auf eine intensive Weise, spüre ein Verlangen nach ihr. Es ist eine Vergewisserung der Wirklichkeit, die mir das Gefühl gibt, in der Welt aufgehoben zu sein. Wir tragen einen unermesslichen Vorrat an inneren Bildern, einen immensen Bilderspeicher in uns. Dieser persönliche Reichtum verändert sich stets durch neue Einflüsse und intellektuelle Bearbeitung. Alles wird betrachtet, verarbeitet und in Verbindung gesetzt. Es gibt die Magie des Realen, des Körpers, des wirklichen, realen Daseins der Substanzen, und es gibt den Zauber der Bilder, der inneren Bilder oder der Abbilder. Beides gehört auf eine schöne und komplexe Weise zusammen und beeinflusst sich gegenseitig“
Zitat Ende

Quelle:
Peter Noever, Ralf Konersmann, Peter Zumthor
Zwischen Bild und Realität.
Architekturvorträge der ETH Zürich, Heft 2
GTA verlag 2006
ISBN 10 3-85676-191-8
ISBN 13 978-3-85676-191-2
http://books.gta.arch.ethz.ch

Dieses Erlebnis von Schönheit ist es was mich immer wieder auf meinen Spaziergängen und Wanderungen durch die Landschaft begeistert. Mich beschäftigt die Frage, an welche Voraussetzungen dieses Erleben von Schönheit geknüpft ist. Ist es abhängig von der Landschaft, in der man sich bewegt? Oder könnte solch ein Erlebnis überall stattfinden, wenn man denn in der richtigen „Stimmung“ ist ?
Zumthors Text ruft in mir Erinnerungen an Erlebnisse realer Landschaften der Kindheit und des Erwachsenenalters wach, aber auch an Erlebnisse bei der Betrachtung von „Abbildern“ so wie etwa das Staunen vor Monet`s Heuhaufen im Louvre vor mehr als 25 Jahren oder die stille Freude und Ruhe beim Anblick der Tuschezeichnungen eines unbekannten Künstlers in Südfrankreich.

Ähnliches habe ich auf meinen Gängen durch Stuttgart nur einmal erlebt und zwar beim Spaziergang von Degerloch in die Stadtmitte über den Schimmelhüttenweg. Es war ein schwüler, gewittriger Tag und meine Zeichnung der Weinberge musste schnell zwischen zwei leichten, erfrischenden Regenschauern im Stehen anfertigt werden. Das Glitzern der Regentropfen auf dem Laub der Reben, der bewegte Himmel im Wechsel von dramatischer Bewölkung und durchbrechender Sonne und der wunderbare abwechslungsreiche Blick ins Tal zur Stadt und auf die umgebenden Hänge mit Wein und Wald sind mir unvergessen.
Damals kam dieses Erlebnis völlig überraschend wie ein Geschenk, denn zuvor hatte ich die Tristesse an der B27 im Bild festgehalten. Der gesamte Tag stand danach unter dem Einfluss dieses Erlebnisses. Hätte ich damals einen anderen Weg gewählt, z.B. entlang der Hauptstrasse Mitten in der Bebauung, so wäre der Tag sicher nicht so heiter verlaufen.

Sonntag, November 19, 2006

Landhaus/Talstrasse

In Gaisburg

Sonntag, November 12, 2006

Rosensteinbrücke





Von der Ansicht der Rosensteinbrücke habe ich zwei Versionen angefertigt. Die erste zeigt eine eher "kontrollierte" zeichnerisch betonte Ansicht, entstanden aus einer "trockenen" Zeichung auf der Druckplatte. Im zweiten Durchgang habe ich die auf der Druckplatte verbliebenen Farbspuren etwas überarbeitet und mit Lösungsmittel angefeuchtet.

Mittwoch, November 08, 2006

Was ist oder was kann ein Bild sein ?

Dazu habe ich einen interessanten Text in einer Ausstellung bei Luisa Richter (Ausstellung in Bietigheim-Bissingen) gefunden. Luisa Richter bezeichnete dort ein Bild als einen Gebrauchsgegenstand, der verschiedenen, besonderen Zwecken dienen kann, der Benachrichtigung, Beeinflussung, Warnung ..Lockung etc. Die im Bild enthalten Zeichen versteht sie letztlich als Sprache und kommt so zu der Feststellung „Kunst ist eine Sprache“.

Diese Analyse finde ich sehr zutreffend. Ich beschäftige mich mit Orten und den Ansichten von Orten und über diese Orte. Der Begriff Ansicht kann in diesem Zusammenhang durchaus auch wörtlich verstanden werden. So wie man seine Meinung =Ansicht über etwas mündlich äußert, so kann man das auch in Bildern tun. Auch in meinen Bildern gibt es einen erkennbaren und allgemein verständlichen Inhalt, der aber subjektiv „gefärbt“ und abgewandelt ist.
Bilder von Landschaften möchte ich nicht als möglichst getreues Abbild verstehen, sondern als persönliche Ansichten über eine Landschaft oder als bewusst gestaltete Vorstellungen einer Landschaft.